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Home arrow Pressespiegel arrow Klassik nicht nur für Leute mit grauen Haaren
Rheinische Post, Dienstag, 14.10.2008
"Seid Ihr richtig hier? Klassik ist doch nur was für Leute mit grauen Haaren", fragte Andreas Moscho vom Delian-Quartett die Kinder im vollbesetzten Rokokosaal am Sonntagmittag.
VON SILVIA RUF-STANLEY

KEMPEN

Den klaren Gegenbeweis traten Kinder, das Delian-Quartett sowie der Geiger Gilles Apap und der Pianist Andreas Fröhlich gemeinsam an. Von wegen ernste Musik, Klassik kann richtig Spaß machen, stellten die Kinder übereinstimmend fest.

Die Musiker gesellten sich einer nach dem anderen zu der fröhlichen Runde hinzu. "Sollen wir den Geiger hereinlassen?" fragte Moscho, und natürlich waren die Kinder neugierig, was er denn auf der Geige spielt. Ein Stück von Johann Sebastian Bach, das dann auf einmal zur tänzerischen Melodie aus Apaps amerikanischer Heimat wird. Witzig, temperamentvoll ist das Stück, und so klatschen Kinder wie Erwachsene schnell im Rhythmus mit.

Andreas Fröhlich entführt am Flügel in Robert Schumanns "Fremde Länder" und fügt dem einen argentinischen Tanz hinzu. Aida﷓Carmen Soanea und Romain Garioud ergänzen den um einen Walzer zu Fritz Kreislers "Liebeslied", bevor sie selbst zu Bratsche und Cello greifen. "Bratsche, das ist die große Schwester der Geige", erklärt Moscho. Und prompt kommt die Antwort aus dem Publikum: "Die kenne ich, die spielt mein Papa auch!" Beim folgenden Solo-Stück der Bratsche sind alle, selbst die kleinsten Kinder, gespannt. Und beim Lied des Schwans aus "Karneval der Tiere" von Camille Saint-Sans könnte man eine Stecknadel fallen hören.

"Da ist so viel Action drin"

Klassische Musik kann auch ganz modern sein, deshalb spielt Adrian Pinzaru auf der Violine mit einem Stück von Schostakowitsch ein Beispiel neuerer Klassik. Und bei Mendelsohn-Bartholdy verspricht Moschu: "Da ist soviel Action drin, dass werdet ihr gut vertragen." Und fordert die Kinder auf, doch ruhig zur Musik "herum zu tanzen und zu hüpfen." Mit einem bulgarischen Stück endet dieses frohgemute Kinderkonzert. Allen Musikern macht diese Arbeit mit Kindern riesigen Spaß, erzählt Andreas Moscho. "Es ist wichtig, den Kindern einen Zugang zu schaffen", sagt er. Und: "Klassik ist so aktuell, da kann sich jeder wiederfinden."


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