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Home arrow Pressespiegel arrow Delian Quartett und Gilles Apap gefielen
Rheinische Post, Dienstag, 14.10.2008
Nein, das war nicht der "Papa Haydn", auf den man lange Zeit etwas abschätzig herabschauen, und der den Rahmen im Programm des Kammerkonzertes in der Kempener Paterskirche bildete.
KEMPEN (mm) Beim Auftritt des jungen, erst im Jahr 2007 gegründeten Delian-Quartetts (Adrian Pinzaru und Andreas Moscho, Violine, Aida-Carmen Soanea, Viola, Romain Garioud, Cello), benannt nach dem delischen Gott der Künste Apollon, stand das späte Streichquartett B-Dur op. 76/4 am Beginn.

Der Kopfsatz geriet klangvoll, aber nie dick, dynamisch differenziert, dabei ganz unangestrengt. Das Adagio kam nicht zu schwer, in schön fließendem Ductus, im Menuett mit dem wunderbaren Trio wurde das Motiv der repetierten kleinen Sekund präzise und lebendig ausgespielt. Ein nicht zu gewichtiges Forte bestimmte den akzentreichen Finalsatz.

In Schumanns Sonate für Violine und Klavier, vorgestellt vom Duo Gilles Apap und Andreas Frölich, glaubt man sich nach der Einleitung im dreivierteltaktseligen Wien. Präzises Zusammenspiel zeichnet das Duo aus, der an sich große, tragende und dabei variable Ton des Geigers hätte ein wenig klangliche Zurückhaltung des Pianisten verdient gehabt. Lebhaft, aber nicht verhetzt und genau im Zusammenspiel folgte ein motorisch wirkungsvoller Finalsatz.

Sonor mit heftigen Punktierungen im Kopfsatz von Mendelsohns Streichquartett a-moll op. 13 trat das Streichquartett wieder auf den Plan mit einer intonationssicheren Geige im Adagio und im Intermezzo zur Pizzicatobegleitung. Auf ein fein ziseliertes Allegro folgte ein wilder Einstieg ins Schlusspresto, bis der Satz mit einem ätherischen Adagio ungewohnt ausklang.

Zum Schluss fanden sich Quartett und Solisten zusammen. Dass der Streicheranteil von Haydns Konzert für Violine und Klavier F-Dur auf das solistische Quartett reduziert war, war keineswegs von Nachteil. Es entwickelte sich ein klanglich von unten her gut fundiertes, akzentreiches Spiel, über dem der schlanke Klavierton mit perlenden Läufen im Kopfsatz und schön abgetönten Bögen über den Pizzicati der Streicher beeindruckte, im Presto-Finalsatz kommt noch einmal der kompositorische Rang Haydns zu nachdrücklicher Geltung. Die Musiker verwandelten die Geläufigkeit in geistvolle Musik.


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