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Rheinische Post, Freitag, 31.10.2008
Nach anderthalb Jahren Pause setzte der Pianist Andreas Haefliger seinen Zyklus "Beethoven-Perspektiven" in der Kempener Paterskirche mit der siebenten Folge fort.
KEMPEN (mm) Es wurde wahrlich in besonderem Maße ein 'Durchblick' durch hundert Jahre Klaviermusik: Beethovens allbekannte Waldsteinsonate op. 53 von 1804 und die Fis-Dur-Sonate op.78 von 1809 wurden eingerahmt von Brahms' Sonate fis-moll op. 2 und Janáceks höchst unkonventioneller Sonate mit dem Titel 'Von der Straße' von 1905.

Über die außerordentlichen technischen Qualitäten des Pianisten Haefliger braucht hier nichts mehr gesagt zu werden. Zu rühmen ist aber wieder seine Dispositionskraft für die verschiedenartigen Kräfte, die in Beethovens Sonaten zu musikalischem Leben erweckt werden wollen.

Brahms fis-moll-Sonate meistert Haefliger grandios in der Verbindung ihrer divergenten Bestandteile. Bei den Oktavgängen des Beginns vermeidet er durch Beachtung des 'non troppo' falsches Donnern, setzt aber das 'energico' in tönende Kraft um. Der vollgriffige Satz wird nie zum virtuosen Selbstzweck, das Andante erklingt fein abgetönt, das Scherzo hat zupackenden Biss, das Finale hat neben den dynamischen Ausbrüchen die gebührende Kantabilität.

Am Beginn des Abends stand Janáceks ganz unkonventionelle Sonate mit den beiden Satztiteln "Vorahnung" und "Tod". Der erste Satz klar und klanglich sehr differenziert mit planvoll angelegten Steigerungen. Von bohrender Eindringlichkeit dann der zweite Satz mit der ständig abgewandelten Vier-Ton-Folge.

Unter den Händen von Andreas Haefliger wurde das zum ebenso fremdartigen wie bewegenden Zeugnis großer Klavierkunst.


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