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Rheinische Post, Dienstag, 20.01.2009
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In der lockeren Atmosphäre, wie sie die Kempener Reihe "Nachtmusik" auszeichnet, bekam das interessierte und zunehmend faszinierte Publikum einen Eindruck davon, dass die Marimba nicht nur einen sehr schönen und im übrigen auch sehr voluminösen Klang hat, sondern dass sich auch sehr verschiedene Klangfarben erzeugen lassen
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KEMPEN (gho) Das ist zum einen möglich durch die Verwendung unterschiedlich harter oder weicher Schlegel (auch "Mallets" genannt), zum zweiten durch eine souveräne Beherrschung des Instruments, wie sie Babette Haag im Kulturforum Franziskanerkloster zeigte.
Obwohl Tochter von zwei Berufsmusikern, verriet Babette Haag ihrem Publikum, habe sie sich in jungen Jahren auf dem Pferderücken wohler gefühlt als beim Klavierüben. Aber so nach und nach entstand eine immer stärker werdende Liebe zum Schlagzeug, das sie dann schließlich zum Studienfach und zum Beruf gemacht habe. Sie wurde Solopaukistin in der von Justus Frantz geleiteten "Philharmonie der Nationen". Mit Musikern aus 24 Nationen zu touren habe ihr viel Spaß gemacht, aber irgendwann wollte sie nicht mehr ununterbrochen aus dem Koffer leben. Und außerdem, gestand die sympathische Münchenerin und Wahl-Chenmitzerin, fehlte ihr etwas, was sie dann immer mehr zu ihrem beruflichen Mittelpunkt gemacht hat: die solistische Beschäftigung mit der Marimba.
Die Töne einer Marimba, auch Marimbaphon genannt, werden wie beim Xylophon auf Holzklangstäben erzeugt Anders als beim Xylophon wird der Klang durch Röhren unter den Stäben verstärkt. Die Ursprünge des Instruments liegen in Afrika und Südost-Asien.
Babette Haag ist eine Meisterin. In jeder Hand zwei Schlegel, huschte sie mit atemberaubender Geschwindigkeit über fünf Oktaven und begeisterte mit einem abwechslungsreichen Programm. Es begann afrikanisch (mit "Ghanaia" von Matthias Schmitt) und endete spanisch mit Isaac Albéniz (Asturias/Leyenda). Beeindruckend gelang die Transkription der Es-Dur-Suite Nr. 4 für Cello Solo von Johann Sebastian Bach. Eine ganz andere Wirkung erzeugten romantisch verträumte Klänge wie "Little Prayer", komponiert von der schottischen Marimba-Spielerin Evelyn Glennie. Die leisen Wirbel klangen fast wie Haltetöne eines Chores oder Streichorchesters. In "Tambourin Paraphrase". überraschte Babette Haag mit Percussions-Effekten.
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