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Rheinische Posst, Samstag, 21.02.2009
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Wieder mal schaffte es der Verein Kempen Klassik mit dem Kulturamt, einen besonderen musikalischen Leckerbissen fürs Altweiber-Fastnacht-Alternativ-Konzert in die Paterskirche zu holen: Das Astor Trio.
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VON SILVIA RUF-STANLEY
KEMPEN Das Astor Trio hat seinen Namen dem großen Tangokomponisten Astor Piazolla entliehen und hätte ihm wohl alle Freude gemacht. Aber weit gefehlt, wer in Kempen am Donnerstagabend erwartet hatte, es wäre nun nur Tango zu hören. Nein, vielmehr begaben sich Tobias Kassung (Gitarre), Alexander Prushinskiy (Violine) und Dragan Trajkovski (Kontrabass) auf eine spannende Suche nach "Liebeleien" aller Art.
Hommage an Loussier
Passt natürlich hervorragend zum Altweiberdonnerstag, und wurde von Tobias Kassung entsprechend launig moderiert. Wobei er das spontan machen musste, war die eigentliche Moderatorin Ruth Rosenfeld doch erkrankt. Zum sakralen Raum der Paterskirche passten die Variationen zu Johann Sebastians Bachs Kantate „Jesus bleibet meine Freude“ als Hommage an den Organisten Jacques Loussier. Schade, dass dieses Anfangsstück ein wenig im Gewusel der rund 180 in die Kirche strömenden und sich einen Platz suchenden Besucher unterging. Denn es ist Prinzip der Nachtmusiken, die stets erst nach einem Aperitif im Kreuzgang um 21.30 Uhr beginnen, dass die Besucher erst mit den ersten Tönen Einlass in die Kirche erhalten.
Mit beschwingtem Bach ging es weiter, der „Sonate h-Moll“. Gerade hier zeigte sich besonders schön die reizvolle Kombination der Instrumente. Im Vordergrund die dominierende Violine, sanft dahinter Gitarre und Kontrabass. Bei der "Romanza Andaluza" von Pablo de Sarasate und den "Danzas Española" von Enrique Granados und Manuel de Falla änderte sich das Bild. Hier gab die Gitarre den Ton an. Wie übrigens Tobias Kassung überhaupt mit beredter Mimik seine beiden Musiker hervorragend dirigierte. Die drei sind faszinierend aufeinander eingespielt. Tempi und Lautstärke waren sehr gut auf die akustisch manchmal schwierige Paterskirche abgestimmt.
Nach dem Ausflug in den spanischen Tanz musste natürlich der Tango folgen. Für diesen Tag hatten sie sich den klassischen Tango ausgesucht. Eine laszive Melodie von Roland Dyens oder auch den verführerischen Reigen von „Bordell 1900“, „Café 1930“ und „Nightclub 1960“ von Astor Piazolla: Liebeleien in allen Spielarten. Voll des Lobes war Kassung nach dem Konzert für die „entspannte, schöne Atmosphäre“. Er wäre erst sehr skeptisch über das ungewöhnliche Konzept des Konzertes gewesen, gab er ehrlich zu. Dass aber nach nur wenigen Minuten das Publikum über eine Stunde lang konzentriert und intensiv zuhörte, begeisterte ihn.
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