Aktuelles
Konzertkalender
Klosterkonzerte
Karten / Abonnements
Archiv
CDs
Wir über uns
Pressespiegel
Home arrow Pressespiegel arrow Makellose reine Intonation
Rheinische Post, Donnerstag, 05.03.2009
Was haben Mozart und Astor Piazzolla gemeinsam?
KEMPEN (Gho) Man kommt ja nicht gleich drauf, aber sie haben, ebenso wenig wie Beethoven und Carl-Maria von Weber, nichts für ein Bläserquintett komponiert - obwohl die Besetzung Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott sich bei anderen Komponisten durchaus großer Beliebtheit erfreut. Zwar seien "die Mitglieder des arirang Quintetts keine Bearbeitungs-Fans", erläuterte Flötist Friedrich Haberstock in der Paterskirche das Programm des fünften Klosterkonzerts der Reihe Kammermusik. Aber da sie diese Komponisten sehr schätzten, hätten sie "aus der Not eine Tugend gemacht" und eins ihrer Programme nur aus Bearbeitungen zusammengestellt. Haberstock verschwieg dabei nicht, dass dieses Programm ihr beliebtestes bei den Veranstaltern und dem Publikum sei.

Friedrich Haberstock (Flöte), Jörg Schneider (Oboe), Steffen Dillner (Klarinette), Sebastian Schindler (Horn) und Monika Schneider (Fagott) begannen mit einer Bearbeitung von Mozarts Zauberflöten-Ouvertüre. Gleich mit den einleitenden Akkorden wurde eine hervorzuhebende Qualität des "arirang-Quintetts" deutlich: die makellos reine Intonation. Ein weiteres positives Merkmal ist die souveräne Beherrschung der Instrumente. Auch die schnellsten Partien kommen synchron und bereiten den Musikern keine Probleme. Wohl verleitet ihre Virtuosität sie mitunter dazu, manche Tempi schneller zu wählen, als es der musikalischen Substanz gut tut, beispielsweise im letzten Satz des für Quintett umgeschriebenen Beethoven-Oktetts Es-Dur (op. 103).

Die Arrangeure Joachim Linckelmann und Ulf-Guido Schäfer konnten in den neun musikalischen Szenen aus Carl Maria von Webers Oper "Der Freischütz" ebenso wie in der Zauberflöten-Ouvertüre insofern den Klang der Originalbesetzung durchschimmern lassen, weil sie zumindest stellenweise die Instrumentierung der Solostimmen vom Komponisten übernehmen konnten. Stärker vom Klang des Originals entfernten sich zwangsläufig die Astor Piazolla-Arrangements, weil sich der typische Bandoneon-Klang des Tango nuevo mit dieser Besetzung kaum imitieren lässt. Das spricht allerdings nicht gegen die Übertragung, die durchaus ihren eigenen Reiz hat.

Faszinierend brillant schloss der Abend mit der lebhaft geforderten Zugabe ab, dem Scherzo aus dem Sommernachtstraum von Felix Mendelssohn-Bartholdy.


Der Artikel als PDF ( KB)