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Rheinische Post, Mittwoch, 18.03.2009
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Klar in zwei Teile hatte der französische Pianist Alexandre Tharaud sein Programm in der Paterskirche gegliedert.
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KEMPEN (gho) Im fünften Konzert der Reihe "Klavier extra" gab's vor der Pause Couperin, nach der Pause Chopin. Natürlich sind das Komponisten aus weit auseinanderliegenden Epochen. Aber dass der französische Barockkomponist François Couperin 1668 geboren wurde, hörte man seinen "Piéces de clavecin" nur bedingt an.
Das lag auch am Vortrag. Tharaud spielte zwölf Stücke aus Couperins KIavierzyklus nicht in der ursprünglichen numerischen Reihenfolge, sondern baute einen eigenen, gut gewählten Spannungsverlauf auf. Dabei wechselten spielerische Momente mit versponnenen, hämmernde mit ruhig schreitenden ab. Auch Elemente von Programm-Musik wurden deutlich: Der Lärm des Krieges ("Bruit de guerre") wurde mit Fanfaren-Imitationen angedeutet, im Glockenspiel ("Carillon") ließ sich das alte Volkslied vom läutenden Frére Jacques" wiedererkennen. Alles in allem: ein kurzweiliger, eingängiger erster Teil des Konzerts.
Dramatik, Ernst und Schwere so wie virtuoser Glanz kamen im zweiten Teil des Abends zu ihrem Recht. Tharaud begeisterte sein Publikum mit der bestechenden Wiedergabe von Nocturnes, Fantasien, der a-moll-Mazurka und der Ballade Nr. 1 g-moll des pianistischen Grandseigneurs Frédéric Chopin.
Erkennbar wurde die brillante Technik des Pianisten. Aber er vergaß darüber nicht, den empfindsamen Momenten Ausdruck zu verleihen. Anders als bei Couperin wechseln bei Chopin und den Komponisten seiner Zeit die Stimmungen auch innerhalb der Stücke, nicht nur zwischen ihnen - was in Tharauds Vortrag deutlich herausgearbeitet wurde.
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