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Rheinische Post, Montag, 06.04.2009
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Die Nachtmusiken im Kempener Kulturforum Franziskanerkloster haben stets etwas Reizvolles.
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KEMPEN (sr) In ungezwungener Atmosphäre, ohne starre Stuhlreihen, mit Beginn um 21.30 Uhr ein später Beginn, der durch einen kleinen Aperitif ab 21 Uhr und einer Einführung durch Peter Landmann, künstlerischer Leiter des Vereins Kempen Klassik, der gemeinsam mit der Stadt Kempen die Veranstaltungen organisiert.
Am Freitagabend gab es mit dem "Pindakaas Saxophon Quartett" eine "Voyage - eine Reise durch die Jahrhunderte". Und obwohl erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Saxophon durch den Einsatz in Militärkapellen als Instrument bekannt wurde, wie die Musiker erläuterten, zeigt das Instrument auch bei barocken Stücken seine außergewöhnliche Vielfalt. Zum Beginn ein Lied des 16. Jahrhunderts, während dessen fast tänzerischen Klängen das Publikum in die Paterskirche strömt und es sich auf den mitgebrachten Decken, Kissen und Klappstühlen bequem macht. Das ist fast die Atmosphäre eines barocken Gastmahles, wo Musik vor allem Begleitmusik zum Essen oder zu gesellschaftlichen Anlässen war.
Bei den folgenden Stücken von Orlando di Lasso und Clement Jannequin, ebenfalls aus dem Barock, wird es dann aber ganz schnell still und konzentriert in der Paterskirche. Ende des barocken Teils ist ein musikalischer Glockenklang, ein Friedensgruß nach dem Ende des dreißigjährigen Krieges. Noch einen kleinen Ausflug in die Klassik spielt das Pindakaas-Quartett. Ganz erstaunlich, wie vier Saxophone die ganze Vielfalt der Orgel aus Johann Sebastian Bachs "Kunst der Fuge“ wiedergeben können. Dann geht es aber mit Riesenschritten in die neuere Zeit bei dieser Reise durch die Jahrhunderte. Faustin Jeanjean hat extra für das damals gerade entwickelte Instrument hinreißende Stücke geschrieben, ebenso Isaac Albeniz. Seine "Suite Espanola" wirkt gerade an diesem ersten richtigen warmen Frühlingstag wie eine Lautmalerei, die mit fröhlichen Melodien eine stellenweise walzerartige Frühlingsstimmung in die Paterskirche zaubert. Auch Kurt Weill's Dreigroschenoper eignet sich für vier Saxophone. Tango, die "Ballade vom guten Leben" und auch "Mackie Messer" klingen hier ganz anders. Und dann gibt es auch noch den "Libertango" von Astor Piazzolla in einer wunderbaren Version. Diejenigen im Publikum, die Jazzfans sind, werden sich schmunzelnd erinnern, dass sie dieses Stück und den Tango "Cafe 1930" gerade vor einer Woche im Campus ganz anders erlebt haben. Apropos Jazz: Zum Ende des Konzerts gibt es noch "Round Midnight“ von Thelonius Monk. Und natürlich Zugaben: Klezmermusik und als Gute-Nachtlied "Lalelu - nur der Mann im Mond schaut zu" mit dem ausdrücklichen Wunsch, das Publikum möchte doch einstimmen.
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