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Rheinische Post, Montag, 13.04.2009
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Um Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion aufzuführen, werden üblicherweise außer den Gesangssolisten zwei Chöre und zwei Orchester und dazu noch ein Knabenchor benötigt.
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KEMPEN (gho) Nach Ansicht der musikhistorische Forschung spricht vieles dafür, dass zu Bachs Zeiten die Chor- und Orchesterstimmen solistisch besetzt wurden.
In Kooperation mit dem WDR, der das Konzert live übertrug, gab es am Karfreitag eine eindrucksvolle Wiedergabe der Bachschen Matthäus-Passion in der ausverkauften Paterskirche. Das belgische Vokal- und Instrumentalensemble "La Petite Bande" kam mit insgesamt 34 Mitwirkenden aus, wobei sogar noch auf einen Dirigenten verzichtet wurde. Sigiswald Kuijken, Altmeister der historischen Aufführungspraxis, leitete das Gesamtunternehmen als Konzertmeister und übernahm zusätzlich die Aufgabe des Solo-Gambisten.
Hervorragende Gesangssolisten waren gekommen, wobei vor allem der Tenor Christoph Genz erwähnt werden muss. Mit seiner vor allem in der Höhe strahlenden und dabei sehr beweglichen Stimme gelang ihm eine souveräne Gestaltung der Partie des Evangelisten. Darüber hinaus sang er die gesamte Chorpartie mit und teilte sich die Tenor-Arien mit seinem Kollegen Bernhard Hunziker. Alle anderen hatten ebenfalls Solo- und Chorstimmen zu bewältigen: Gerlinde Sämann und Marie Kuijken (Sopran), Petra Noskaiová und Patrizia Hardt (Alt), Jan Van der Crabben und Marcus Niedermeyr (Bass). Die Sopranistin Emilie De Voght trug die ursprünglich dem Kinderchor zugewiesenen Choralmelodien vor.
Trotz der kleinen Besetzung waren die Orchester manchmal gegenüber den Sängern etwas zu dominant, wenn auch die instrumentalen Leistungen ebenfalls tadellos waren. Besonders gefielen die vitalen Stellen wie "Sind Blitze sind Donner" (Nr. 33), wenn die Streicher mit Wurfbogen viel Leben und Temperament beisteuerten.
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