Aktuelles
Konzertkalender
Klosterkonzerte
Karten / Abonnements
Archiv
CDs
Wir über uns
Pressespiegel
Home arrow Pressespiegel arrow Arcanto Quartett lohnte den Konzert-Besuch
Rheinische Post, Dienstag, 28.04.2009
Es war zwar keine leichte, aber eine durchaus lohnende Kost, mit der im sechsten und letzten Konzert der Reihe "Kammermusik" das Arcanto Quartett im Kulturforum Franziskanerkloster aufwartete.
KEMPEN (gho) Auf dem Programm standen schwer zu spielende und auch nicht leicht zu hörende Streichquartette von Bartók, Debussy und Mendelssohn.

Technische Perfektion

Auftritte von Künstlern der Extraklasse sind, wie es sich wohl allmählich herumspricht, in den Paterskirchen-Konzerten keine Seltenheit. Dennoch ist das Niveau dieses Abends besonders hervorzuheben. Das Arcanto Quartett mit Antje Weithaas und Daniel Sepec (Violine), Tabea Zimmermann (Viola) und Jean-Guihen Queyras (Violoncello) beeindruckte das konzentriert zuhörende Kempener Publikum durch technische Perfektion, sorgfältige musikalische Gestaltung und klangliche Qualität.

Alle vier Quartettmitglieder verfügen über einen großen, tragenden Ton, der solistischen Anforderungen voll gerecht wird. Dazu spielen sie auf voluminös klingenden, zueinander passenden Instrumenten. Fortissimo-Akkorde erinnern an Säulen oder Statuen, so kompakt gelingen sie. Über dem sehr kraftvollen Spiel wird aber die Filigranarbeit an leisen Stellen genau so wenig vergessen wie das aufeinander Eingehen der vier gleichwertigen Solisten.

Schwer, weil ungewohnt zu hören waren die Quartette, weil sie untypisch für ihre Komponisten sind. Jedenfalls gilt das für das einzige Streichquartett Debussys und das letzte vollendete Streichquartett Mendelssohns. Bei Debussy war nur wenig von der leichten, flirrenden Verspieltheit des französischen Impressionismus zu hören, bei Mendelssohn, der dieses Werk unter dem tiefen Eindruck des Todes seiner geliebten Schwester schrieb, ist nichts von der sonstigen fließenden Schwerelosigkeit geblieben. Das Arcanto Quartett setzte die harte, tragische Grundaussage musikalisch perfekt um.

Auch wenn Bartók im fünften seiner sechs Streichquartette vielleicht mit einigen Dissonanzen weniger als sonst auskommt und durch folkloristische und humoristische Elemente für Auflockerung sorgt, bleibt diesem Werk eine große Kühnheit eigen. Die Interpretation ließ keine Wünsche offen.

Trotz der nicht zu unterschätzenden konditionellen Anforderung an die Ausführenden bekam das begeisterte Publikum noch eine Zugabe, und mit der kam noch ein neuer Aspekt ins Spiel. Elegant und mit klanglicher Finesse wurde der Abend beendet mit dem zweiten Satz aus Maurice Ravels F-Dur-Quartett: "ziemlich lebhaft und sehr rhythmisch".


Der Artikel als PDF ( KB)