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Rheinische Post, Montag, 22.06.2009
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GLÜCK IM UNGLÜCK KLINGT GUT
Er wolle sich ja nicht grundsätzlich über das Entstehen und Vergehen von Festivals äußern, scherzte in seiner Begrüßung Peter Landmann, künstlerischer Leiter von "Kempen Klassik".
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KEMPEN (gho) Aber es war ihm die große Erleichterung darüber anzumerken, dass eine organisatorische Katastrophe mit "viel Glück im Unglück" im letzten Moment abgewendet werden konnte. Eingeladen war für das Eröffnungskonzert des "Kempen Musik Festival" die renommierte Sopranistin Christiane Oelze - zweifellos eine Attraktion. Das Unglück: Wegen Krankheit musste am Montag Frau Oelze den Termin absagen. Das Glück: Innerhalb von 24 Stunden wurde Ersatz gefunden.
Aber was heißt hier Ersatz? Wer in die Paterskirche gekommen war, um eine herausragende Sopranistin zu hören, wurde nicht enttäuscht. Mit Claudia Barainsky sprang eine Sängerin ein, die auf allen nennenswerten Konzert- und Opernbühnen Erfolge feiert. Ihre Stimme hat große Strahlkraft, ohne dass die kultivierte Feinarbeit zu kurz käme. Lyrische und melancholische Momente der acht Heine-Lieder von Mendelssohn interpretierte sie musikalisch einfühlsam. Ebenso mustergültig: Schumanns "Sechs Gesänge op. 107".
Alle Lieder wurden nicht mit der Original-Klavierbegleitung vorgetragen, sondern mit einer interessanten Bearbeitung für Streichquartett von Aribert Reimann. Reimann fand eine gute Mischung zwischen der Übernahme der ursprünglichen, romantischen Harmonien und eigener, moderner Tonsprache. Das Petersen Quartett bewährte sich nicht nur als instrumentaler Partner der Sopranistin. Ulrike Petersen und Conrad Muck (Violine), Ula Ulijona (Viola)und Henry-David Varema (Violoncello) rundeten das gut zusammengestellte Programm ab mit einer eingängigen Wiedergabe von Mendelssohns f-moll-Streichquartett (op. 80). Temperamentvoll und virtuos gelangen die schnellen Sätze, schöne Kantilenen aller Mitspieler waren im langsamen Satz zu hören.
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