Aktuelles
Konzertkalender
Klosterkonzerte
Karten / Abonnements
Archiv
CDs
Wir über uns
Pressespiegel
Home arrow Pressespiegel arrow Junge Musiker begeistern mit alter Musik
Rheinische Post, Mittwoch, 18.11.2009
Das European Union Baroque Orchestra (kurz EUBO) lädt jährlich hundert junge, talentierte Barockmusiker aus ganz Europa zum Vorspiel ein und wählt aus ihnen die 21 Besten aus. 18 kamen nun zu einem Sonderkonzert in die Kempener Paterskirche.
KEMPEN (gho) Das Zusammentreffen von jungen Menschen und alter Musik war beeindruckend. Die Leitung der internationalen Besetzung (aus neun Nationen) oblag der musikalischen Chefin des Freiburger Barockorchesters, Petra Müllejans. Mit viel Temperament spielte sie die erste unter den ersten Geigen und sorgte in gleichem Maße für Präzision wie für Vitalität. Die Rollen im Ensemble wurden nach dem Rotationsprinzip verteilt, Müllejans übernahm nicht alle Violinsoli, sondern überließ einige solistische Aufgaben ihren jungen, hoffnungsvollen Mitspielern. in Vivaldis e-moll-Konzert für vier Violinen wurde das Solistenquartett aus vier Orchestermitgliedern gebildet, während Müllejans die Führung der Tutti-Gruppe übernahm. Dass sie es auch selbst kann, bewies sie mit Vivaldis Violinkonzert G-Dur. Spritzig gestaltete sie die schnellen Sätze; über kurz angerissene Begleitakkorde des Orchesters spielte sie die Melodie agogisch, frei im Umgang mit dem Rhythmus.

"The Harmony of Nature" lautete der Leitgedanke des Programms. Leider war die Erläuterung Petra Müllejans' akustisch nur schwer zu verstehen. Gemeint war wohl, wie dem gedruckten Programm zu entnehmen war, die Vorliebe der Barock-Komponisten für Naturschilderungen, sei es direkt durch musikalische Lautmalerei, sei es durch verstecke Symbolik in den musikalischen Proportionen. Dass die musikalischen Gesetze die Ordnung der Natur widerzuspiegeln hätten, war die Überzeugung der Komponisten des österreichischen und italienischen Frühbarock. Die Orientierung an der Ordnung der Welt schließt natürlich nicht aus, dass Musik auch den Verlust eben dieser Ordnung schildern kann. Johann Heinrich Schmelzers "Pastorella" charakterisiert die Idylle ebenso treffend, wie sein Schlachtgemälde "Battalia" von den verlorenen Maßstäben für ein menschliches Zusammenleben kündet. Beendet wurde der Abend mit einer schwungvollen Zugabe, einem schnellen Satz aus einem Concerto grosso von Georg Friedrich Händel.


Der Artikel als PDF ( KB)