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Rheinische Post, Mittwoch, 18.11.2009
Mit einem ebenso weitgespannten wie anspruchsvollen Programm stellte sich jetzt der junge David Theodor Schmidt in seinem Klavierabend in der Kempener Paterskirche vor.
KEMPEN (mm) Er begann mit Johann Sebastian Bachs Partita c-moll (BWV 826) und zeigte alsbald, dass er völlige Klarheit des Spiels mit innerer Lebendigkeit der Bewegungsabläufe zu verbinden weiß.

In Schuberts "Drei Stücken" D 946 aus dem Todesjahr des Komponisten konnte sich Schmidt bei völliger manueller Überlegenheit der musikalischen Gestaltung widmen: Dem vorwärtsdrängenden, aber ganz ungehetzt wirkenden "Allegro assai" wie dem ausdrucksstarken "Andante" der Nr. 1. Großartig, wie er die 64tel Bögen in den musikalischen Verlauf einband. In der Nr. 2 (Allegretto) steuerte Schmidt wohlüberlegt auf die dramatischen Höhepunkte hin, nie wurde sein Spiel bei hoher Lautstärke dick und aufdringlich.

Dass Schmidt für Mendelssohns "Variations sérieuse" die erforderlichen pianistischen Mittel hatte, war klar. Er machte aber aus den 17 Variationen samt Schlusspresto kein bloß technisches Exercitium, sondern brillante Klavierkunst: Wunderbar etwa Variation 12 mit den repetierten 32tel-Akkorden oder die folgende Nr. 13 mit den Leggieropassagen.

Bewundernswert an den "Sechs Klavierstücken op. 118" von Johannes Brahms war, wie Schmidt die Brahmsschen Satztitel in großartige Musik umsetzte: Das "teneramente" des 2. Stücks in ein sanftes Dahingleiten, den energischen Zugriff für die Nr. 3 mit völliger Sicherheit für die vollgriffigen Akkorde, die Anmut der Nr. 5 und schließlich die tiefe Trauer der spröden Nr. 6 (largo e mesto). Bewegende Zugabe: Bach-Busonis Choralvorspiel "Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ".


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