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Rheinische Post, Samstag, 28.11.2009
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"Himmel und Apokalypse" war das dritte Kammerkonzert in Kempen überschrieben und damit eine weite Skala zwischen Höhen und Tiefen, Licht und Schatten, Glück und Unglück, Hoffnung und Verzweiflung abgesteckt.
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KEMPEN (GHo) Einblicke in weit auseinander liegende Gefühlswelten bot das vom Kultursekretariat NRW Gütersloh konzipierte Programm mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart und Olivier Messiaen. Dabei stand nicht ein Komponist für Hoffnung und der andere für Verzweiflung. Beide Komponisten, so sehr sie sich auch stilistisch unterscheiden, loten in ihren Werken die Gegensätzlichkeit menschlicher Erfahrungen und Empfindungen aus.
Drei Werke in je anderen Besetzungen wurden auf fünf hervorragende Musiker aufgeteilt, wobei lediglich der Pianist in allen drei Werken gefordert war. Vergleichsweise unbeschwert und ausgeglichen klingt Mozarts Es-Dur-Trio für Klarinette, Viola und Klavier Es-Dur KV 498 "Kegelstatt-Trio" genannt, weil, wie kolportiert wird, Mozart es während einer Kegelpartie komponiert haben soll. Ralph Manno, Hartmut Rohde und Alfredo Perl besorgten eine kompetente Wiedergabe. In deutlich dunkleren Farben ist Mozarts Klavierquartett g-moll KV 478 gehalten, für dessen Aufführung der Geiger Ingolf Turban und der Cellist Guido Schiefen hinzukamen. Der traurig-tragische Grundton der Komposition wurde genau getroffen. Lediglich beim bravourös gespielten Schlusssatz Allegro moderato ließ sich fragen, ob nicht etwas weniger Allegro und etwas mehr moderato für die sensiblen Zwischentöne des Satzes bekömmlich gewesen wäre.
Beeindruckend war das im zweiten Teil gespielte "Quartett auf das Ende der Zeiten" von Olivier Messiaen. 1941 in deutscher Kriegsgefangenschaft uraufgeführt, sprechen aus diesem Werk Verzweiflung und Katastrophenstimmung, aber auch ein in religiöser Verwurzelung gegründetes Gottvertrauen sowie ein Hin- und Hergerissensein zwischen Hoffnungslosigkeit und Hoffnung. Dissonanzen, nicht als Erweiterung der Tonalität, sondern als Symbol des Grauens konzipiert, wechseln mit gefühlvollen Kantilenen und choralartigen lichten Passagen. Hervorragend umgesetzt wurde das Werk von allen vier beteiligten Künstlern, von einem Klarinettisten, der von einem gehauchten Pianissimo bis zu lauten, schrillen Klängen sein Instrument bewundernswert beherrschte, von zwei Streichern, die hervorragende Kantilenen vortrugen und von einem Pianisten, der Anforderungen wie in einem Klavierkonzert zu bewältigen hatte.
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