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Rheinische Post, Donnerstag, 10.12.2009
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Musik aus ferner Zeit und fernen Landen war im dritten "Musica antica e viva" -Konzert kennenzulernen. Vokal- und Instrumentalwerke, die am zypriotischen Königshof von Nikosia um 1400 komponiert wurden, gehören hier und heute nicht zum konventionellen Konzert-Repertoire.
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VON GERT HOLTMEYER.
KEMPEN Blockflötist Michael Posch, Leiter der Abteilung für alte Musik am Wiener Konservatorium, stieß bei seinen Archiv-Recherchen auf ein altes Manuskript mit Kompositionen, deren Urheber nicht genannt wird und bis heute nicht ermittelt werden konnte. Es ist nicht einmal bekannt, ob diese Musik von der "Insel der Aphrodite" einem oder mehreren Komponisten zu verdanken ist
Zusammen mit dem "Ensemble Unicorn" aus Wien gelang Posch eine sehr gut besuchte, hochinteressante Aufführung in der Kempener Paterskirche. Auffallend war zunächst einmal der europäische Charakter der Musik. Der ist zu erklären mit der wichtigen strategischen Lage Zyperns zur Zeit der Kreuzzüge und der Herrschaft des französischen Adelsgeschlechts der Lusignans. Folgerichtig waren die vorgetragenen Texte in französischer Sprache verfasst.
Ungewöhnlich war die Besetzung, sowohl der Sänger wie der Instrumentalisten. Zwei Tenöre (Tore Denys und Julian Podger) und zwei Countertenöre (Markus Forster und Bernhard Landauer), alle vier vorzügliche Sänger, traten in unterschiedlichen Formationen auf, allein ebenso wie im Duett oder im Quartett. In allen Varianten war nicht nur hohe Klangkultur, sondern auch Stimmtechnik gefordert. Schwierige Koloraturen wurden ebenso gemeistert wie vertrackte Rhythmen bei den sehr unabhängig voneinander geführten Stimmen.
Ungewöhnliche Instrumente
Unter den Instrumenten des achtköpfigen Ensembles gab es einige vergleichsweise unbekannte. Gewiss, historisierend gebaute Blockflöten, Lauten, Fiedeln und Percussionsinstrumente sind einem in Konzerten mit alter Musik schon begegnet. Aber ein Organetto, eine kleine Handorgel, bei der Guillermo Perez mit der rechten Hand die Tasten und mit der linken einen Blasebalg zu bedienen hatte, sieht man nicht alle Tage. Ebenso wenig die von Reinhild Waldek gespielte kleine Harfe, die man sich gut in den Händen tourender mittelalterlicher Minnesänger vorstellen kann. Dass die Glocken, ähnlich denen in Kirch- oder Rathaustürmen, nicht wirklich wohltemperiert gestimmt waren, darf nicht als Manko aufgefasst werden. Ein gewisses Maß an Abweichung vom Kammerton gehört zur Authentizität und zum Kolorit.
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