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Rheinische Post, Samstag, 13.02.2010
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Nur ernst sind die Konzerte der Reihe "Nachtmusik" im Kempener Kulturforum ja nie. Aber wenn sie an Altweiber als Alternative zum Karneval stattfinden, sprühen hier regelmäßig die Funken des Frohsinns.
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VON SILVIA RUF-STANLEY
KEMPEN Mit dem Sonus Brass Ensemble, das am Donnerstagabend im Kulturforum gastierte, hatte der Verein Kempen Klassik den genau richtigen Griff getan. Attila Krako, Stefan Dünser (Trompete), Andreas Schuchter (Horn), Wolfgang Bilgeri (Posaune) und Harald Schele (Tuba) sind nicht nur allesamt brillante Blechbläser, sondern zudem auch noch als Gruppe ein Ausbund an Fröhlichkeit. Mit kleinen Requisiten oder auch schon mal einer perfekten Choreographie beleben sie ihre Musik. Als Musikvermittler verstehen sie sich, meinten sie im Laufe des Programms.
Große Spielfreude
Und ihre Spielfreude übertrug sich binnen Sekunden schon beim Einzug auf das Publikum. Zu Monteverdis Klängen suchte sich ein jeder seinen Platz auf mitgebrachten Decken und Kissen rund um die in der Mitte der Paterskirche aufgestellte Bühne. Und hier und da entdeckte man inmitten des großen Publikums auch kleine karnevalistische Accessoires. Altweiber-Fastnacht-Alternativ-Konzert heißt ja noch lange nicht, dass das Publikum den Karneval nicht mag.
Und wer genau hinsah, entdeckte mitten in der Publikumsmenge Karnevalsprinz Peter I. (Croonenbroeck), der selber Posaunist ist und das Konzert offensichtlich als Auszeit vom Terminstress des Prinzenpaares sehr genoss. Prinzessin Marianne war derweil im Altweibertrubel unterwegs. "Ich hol die Mädels nachher ab", versprach Croonenbroeck.
Passend für den Tag war auch das Programm der Musiker mit fröhlichen Melodien nur so gespickt. Da wurde eine musikalische "Streitbataille" ausgefochten, die glücklicherweise zum Frieden der beiden Musiker führte. Hinreißend auch die Arie des Figaro aus der gleichnamigen Mozartoper. Harald Schele verlieh hier seiner Tuba wirklich italienisches Temperament. Und da Attila Krako vom Balkan stammt, konnte er mit "Paprikafingern" dem „Tanz der Komödianten" aus der „Verkauften Braut" so richtig Pfeffer einhauchen.
Quer durch Europa ging es nach Spanien, nach Frankreich um dann beim italienischen Komponisten Nino Rota zu landen, der unter anderem die Filmmusik zu Fellinis "La Strada" schrieb. Vielen Zuhörern, die den Film kennen, war anzusehen, dass sie die passenden Szenen zur Musik vor Augen hatten. Ganz faszinierend war auch, wie die fünf den bekannten Tango „Jalousie“ interpretieren um dann eine freche aber nicht weniger hinreißende Vermischung von Händels "Halleluja" aus dem "Messias" mit herrlich swingenden Gospel-Song zu spielen.
Sie hätten "selten so viele freundlich gesonnene Gesichter gesehen“ meinten die Musiker am Ende mehr des mehr als einstündigen Konzerts. Umgekehrt: Das Kempener Publikum hat am Donnerstag ein in seiner Fröhlichkeit und Freundlichkeit ausgesprochen ansteckendes Ensemble erlebt.
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