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Rheinische Post, Dienstag, 02.03.2010
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Begeistert reagierte das Publikum in der gut besetzten Paterskirche beim vierten Konzert der Reihe "Kammermusik" auf Leistung und Ausstrahlung der drei jungen Musiker des Morgenstern-Trios, benannt nach dem Dichter Christian Morgenstern
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KEMPEN (gho) Der Geiger Stefan Hempel, der 2009 Nina Reddig ablöste, Emanuel Wehse (Violoncello) und Catherine Klipfel (Klavier) gaben mit der Aufführung von Werken dreier deutscher Komponisten aus drei Jahrhunderten ein beeindruckendes Zeugnis ihrer instrumentalen und musikalischen Leistungsfähigkeit ab.
Beethovens "Erzherzogtrio" op. 97 wurde am Beginn des Abends in klarer Artikulation und mit einem kleinen Schuss Romantik kompetent zu Gehör gebracht. "Nomen est omen" - so wie es heißt, so klingt es auch - mag mancher Zuhörer beim sich anschließenden Werk "Fremde Szene III" gedacht haben, denn diese Komposition des heute 57-jährigen Wolfgang Rihm konfrontiert Spieler und Publikum mit ungewohnten Klängen und Strukturen. Aus zwei gegensätzlichen Bausteinen, kaum hörbaren Haltetönen der beiden Streicher und wie Tropfen wirkenden Stakkati des Klaviers, entwickelt sich eine musikalische Eigendynamik. Dabei steigert sich die Komposition in eine immer dichtere Verarbeitung des Klangmaterials, die auch beabsichtigte Schärfen der Streichinstrumente wie die Tonerzeugung in unmittelbarer Nähe des Stegs ("Ponticello") nicht ausspart. Wie ermattet finden die musikalischen Auseinandersetzungen wieder zum Ausgangspunkt, den ruhigen Haltetönen und den prägnanten Klangtropfen, zurück.
Johannes Brahms' C-Dur-Klaviertrio op. 87 gab den Künstlern Gelegenheit, noch andere ihrer vorhandenen Fähigkeiten abzurufen. Mit Poesie zeichneten sie die melodischen Bögen nach. Eine sympathische Leichtigkeit lag in ihrer Interpretation, ein wohltuender Verzicht auf Erdenschwere und Verbissenheit. Das Spiel blieb frei von Statik; sowohl in den langsamen wie in den schnellen Sätzen war durchgehend innere Spannung spürbar. Schon in der Beethoven-Interpretation, erst recht bei Brahms fiel der sorgfältige Aufbau langer crescendi positiv auf. Beachtlich gelangen die leisen, die geheimnisvoll wirkenden Stellen.
Für den begeisterten Beifall bedankten sich "die Morgensterne" mit zwei hervorragend gespielten Sätzen aus Mendelssohns d-moll Klaviertrio op.49.
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