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Home arrow Pressespiegel arrow Duo Riul begeistert das Kempener Publikum
Rheinische Post, Dienstag, 13.04.2010
Drei Komponisten waren in der Mitte des fünften Kammerkonzerts zu hören, die in dem Jahrzehnt geboren wurden, das die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts ausbrütete, den ersten Weltkrieg.
VON GERT HOLTMEYER

KEMPEN


Dicht beieinander liegen die Geburtsjahre von Witold Lutoslawski (1913), Isang Yun (1917) und Leonard Bernstein (1918). Allerdings handelte es sich um sehr unterschiedliche Werke, die von zwei ausgezeichneten Musikern zu hören waren.

Sebastian Manz (Klarinette) und Martin Klett (Klavier) fanden vor zwei Jahren als musikalische Partner zusammen und nannten sich Duo Riul, weil sie sich besonders intensiv mit einer 1968 entstandenen Komposition des Koreaners Isang Yun befassten, das sie auch in der Paterskirche zum Klingen brachten, mit "Riul". Es ist für beide Instrumentalisten und auch für die Zuhörer ein schwieriges Werk. Der Klarinettist hat sich mit recht unkonventionellen Arten der Tonerzeugung auf der Klarinette auseinanderzusetzen, beispielsweise mit sehr schrillen Klängen und mit dem Absenken der Tonhöhe. Deutlich spürbar war nicht nur die große Kompetenz von Manz und Klett, sondern auch ihre vitale Spielfreude, die sie während des gesamten Konzerts nicht verliess.

Ganz anders angesetzt waren Lutoslawskis Tanz-Präludien, fünf kurzweilige Stücke von teils munterem, teils träumerischem, teils skurrilem Charakter. Das Duo realisierte sie mit der passenden Unbeschwertheit. Bernsteins Sonate aus dem Jahre 1942 ist ein für den amerikanischen Meisterdirigenten und hervorragenden Vermittler von Musik durchaus typisches Werk. Bernstein liegt nicht unbedingt viel an einem unverwechselbaren Personalstil, seine kompositorischen Vorbilder wechseln. Hier merkte man seine Orientierung an Hindemith und Strawinsky ebenso wie sein Interesse an amerikanischer Folklore. Aber immer versteht sich Bernstein auf Wirkung und Effekt - und das Duo Riul ließ es daran ebenso wenig fehlen.

Zwei Werke aus der Romantik

Eingerahmt wurden die drei Komponisten des 20. Jahrhunderts von zwei der deutschen Romantik - wiederum von sehr anderer Art. Dezent, empfindsam, eher introvertiert ist Brahms Es-Dur Sonate op. 120 Nr. 2 angelegt, virtuos prickeInd und fast theatralisch das ,,Grand Duo Concertante" Es-Dur op. 48 vom ,Freischütz"-Komponisten Carl Maria von Weber, das beide Musiker mit einer bestechenden Virtuosität vortrugen.

Ohne Zugabe wollte das begeisterte Publikum die sympathischen jungen Künstler nicht gehen lassen und hörte als Zugabe noch die zweite, die A-Dur Romanze von Robert Schumann.


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