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Rheinische Post, Samstag, 12.06.2010
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Für das sechste und letzte Kammerkonzert war wegen einer Erkrankung eine Änderung notwendig geworden.
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KEMPEN (gho) Ewa Kupiec, in Kempen nicht unbekannte Meisterpianistin, kam mit einem anderen Ensemble und mit einem geänderten Programm in die gut besuchte Paterskirche. Auf dem Programm standen die beiden Klavierkonzerte Chopins und eine Sonatw für Violine und Klavier der polnischen Komponistin Grazyna Bacewicz.
Chopins Klavierkonzerte in einem Kammerkonzert, statt eines Symphonieorchesters ein Streichquartett als Klangkörper: Weil Chopins op.11 und op. 21 als, salopp formuliert, Konzerte für Klavier und auch Orchester komponiert wurden, entstanden Bearbeitungen für "Sparbesetzungen" schon früh nach ihrer Entstehung im 19. Jahrhundert. Gewöhnungsbedürftig ist die kleine Besetzung allenfalls bei den einleitenden Passagen wie gleich zu Beginn des f-moll-Konzerts. Da mag man vielleicht den opulenten Orchesterklang vermissen. Aber sowie die Solopartie beginnt, steht das Klavier im Mittelpunkt, und die Streicher brauchen sich nicht zurückzunehmen.
Ewa Kupiec faszinierte durch eine sehr sensible, subtile Chopin-Interpretation, die das Publikum ohne Abstriche wahrnahm. Mühelos, leicht und brillant gelangen ihr die virtuosen Stellen, mit großem Ausdruck die langsamen. Wie sie große Bögen spannen, wie sie Melodien aufbauen und Steigerungen wieder zurückführen kann, das ist schonbewundernswert.
Ein weiteres Sonderlob verdient Piotr Plawner, der Primarius des Plawner-Quartetts. Zusammen mit Ewa Kupiec brachte er zwischen den beiden Klavierkonzerten die schwierig zu spielende vierte Violinsonate von Grazyna Bacewicz zu Gehör. Stilistisch ein wenig an Prokofieff und Schostakowitsch erinnernd, ist das Werk von großer Intensität. Plawner, in ausgezeichnetem Zusammenspiel mit Ewa Kupiec, bestach durch eine kraftvolle, mitreißende Wiedergabe.
Das begeisterte Publikum hörte zwei Zugaben, die gewissermaßen "arbeitsteilig" vorgetragen wurden. Das Quartett mit Piotr Plawner und Agnieszka Luksza (Violine), Georgios Balatsinos (Viola) und Isabella Klim (Violoncello) verabschiedete sich mit dem zweiten Satz aus Smetanas zweitem Streichquartett, Ewa Kupiec mit dem posthum veröffentlichten cis-moll-Nocturne von Frédéric Chopin.
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