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Westdeutsche Zeitung, Samstag, 22.09.2007
KLAVIERKONZERT Olga Andryushchenko gastiert in der Paterskirche.
Von Ute Büchter Römer
Kempen. "Russische Kontraste" - mit diesem Motto begann die Konzertreihe "Klavier extra“ in der mit 130 Zuhörern gut gefüllten Paterskirche. Olga Andryushchenko hat ihr Programm ihrem Heimatland gewidmet und ließ im ersten Teil des Konzertes eine Fülle russischer Klaviermusik des ausgehenden 19. Jahrhunderts und des beginnenden 20. Jahrhunderts erklingen. Dazu hatte sie Stücke ausgesucht, die äußerste Brillanz erforderten.

Die Pianistin begann mit der Sonate Nr. 1 f-moll von Sergej Prokofjew, eine Sonate in einem Satz, die mit mächtigen Akkorden in die musikalische Entwicklung des Stückes führte. Olga Andryushchenko spielte kraftvoll, ließ die mächtigen Akkorde virtuos ineinander klingen, ein wenig undurchsichtig, etwas zu viel Kraft, in sehr schnellem Tempo.

Die Russin spielte zwei Tänze "Guirlandes" und „Flammes sombres" von Alexander Skjabin wie auch sein „Poèm Vers la Flame, op. 73“, wobei die dunklen Flammen mächtig und akzentuiert fast bedrohlich wirkten.

Es erklangen die "Deux Poemes“, von Nikolai Roslawets (1880-1944), "Ragtime" von Igor Strawinsky, der etwas die rhythmische Überzeugungskraft eines Ragtime vermissen ließ und eine Schostakowitsch-Sonate. Hier gelang der Künstlerin eine Differenzierung zwischen den lyrisch gesanglichen Passagen des Stückes und seinen intensiven Akkordfolgen, die hammernd ineinander und aufeinander gesetzt wurden. Verzweiflung und tiefer Protest des Komponisten heftig ausgedrückt. Nach der Pause spielte Olga Andyushchenko "Die Jahreszeiten" op. 37a von Peter Tschaikowsky. Da hörte man leise das Holz des Kaminfeuers im Januar knistern, die lustigen Tänze des Karnevals, da begrüßt die Lerche im März sehnsuchtsvoll den Frühling, die Ernte des August ist überschäumend und der Schnee rieselt leise auf die Troika-Fahrt. Hier gelang der Pianistin eine sensiblere Klanggebung.

Herzlicher Beifall des Publikums brachten noch zwei Zugaben, die den Kontrast von Sensibilität und Virtuosität nochmals hervorhoben.